CI-Unternehmen als ÖKOPROFIT-Betrieb ausgezeichnet

Umweltschutz zahlt sich doppelt aus. Das beweist die Jachmann Spedition EJS. Das Unternehmen der CI-Gruppe nahm an dem einjährigen Projekt ÖKOPROFIT Kreis Mettmann teil und reduzierte in dieser Zeit seinen Energieverbrauch um 427.960 Kilowattstunden. Der Vorteil für die Umwelt: 115 Tonnen weniger CO2-Emissionen. Der Vorteil für EJS: Kosteneinsparungen von 52.903,- € pro Jahr. Für diese Leistung wurde die Spedition als ÖKOPROFIT-Betrieb Kreis Mettmann 2012 ausgezeichnet.

 

Umweltschutz, Klimaverträglichkeit, Green Logistics – diese Begriffe gehören seit einigen Jahren zum aktiven Wortschatz der Logistik-Branche. „Wer die Porträts etlicher Dienstleister liest, muss glauben, dieser Wirtschaftszweig bewege sich bereits auf grünen Wegen, doch der Schein trügt“, kritisiert Dr. Jens Eschenbächer vom Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen. Tatsächlich leiste das Gros der Anbieter beim Umwelt- und Klimaschutz noch zu wenig. Als ein Beispiel nennt Jens Eschenbächer den Laderaum, der immer noch nicht effizient genug genutzt werde. „Leerfahrten lassen sich weiterhin kaum unterbinden, und intermodale Transporte sind noch viel zu selten“, führt der Branchen-Kenner weiter aus.

Kritik kommt aber auch vom Bund. „Während andere Wirtschaftssektoren ihre CO2-Emissionen seit 1990 deutlich reduziert haben, legte der Güterverkehrssektor hier um 26 Prozent zu“, beziffert Uwe Brendle, Leiter der Abteilung Verkehr und Lärm des Umweltbun-desamtes in Dessau-Roßlau, die Kluft, die sich beim Ausstoß klimaschädigender Gase zwi-schen der Logistik und anderen Branchen auftut. „Vor allem im Straßengüterverkehr und in der Lufttracht haben die CO2-Emissionen massiv zugenommen.“

Einen Grund dafür nennt Dirk Inger, Unterabteilungsleiter Klima- und Umweltpolitik im Bun-desverkehrsministerium: „Mit seinen Wachstumsraten frisst der Güterverkehr seine gewon-nene Energie-Effizienz einfach wieder auf.“

Einen anderen Grund nennt Alexander Nehm, Mitglied der Arbeitsgruppe Supply Chain Ser-vices des Fraunhofer Instituts, Nürnberg. „Es wird viel über Grüne Logistik geredet, aber we-nig getan. Über 50 Prozent der Anbieter haben noch keine konkreten Maßnahmen in die Wege geleitet.“

Nicht so die Erich Jachmann Spedition EJS mit Sitz in Mettmann. Das Unternehmen beteilig-te sich am ProjektÖKOPROFIT Kreis Mettmann, das im Mai 2011 gestartet wurde. Träger waren der Kreis Mettmann und das Umweltamt Mettmann.

ÖKOPROFIT (Ökologisches Projekt Für Integrierte Umwelt-Technik) basiert auf einer Kooperation zwischen Kommunen und der örtlichen Wirtschaft. „Im Verlauf dieses Projekts entwickeln die teilnehmenden Unternehmen mit Hilfe von Fachleuten Umwelt- und Energie-Managementsysteme und setzen erste Maßnahmen daraus um“, erläutert Bernd Lindenkamp, Geschäftsführer der Erich Jachmann Spedition, den Ansatz von ÖKOPROFIT. „Durch umweltschonende Aktivitäten und nachhaltiges Wirtschaften sollen nicht nur die Mengen an CO2 und Abwässer reduziert, sondern zugleich auch die Betriebskosten gesenkt werden.“

Bis April 2012 nahmen die Mitglieder des Umweltteams von EJS an acht Workshops teil, in deren Verlauf Umwelt-Experten ihnen in Themenbereichen wie Wasser, Energie, Mobilität, Beschaffung und Abfall-Management, Arbeitssicherheit und Betriebsorganisation die Grund-lagen eines vorsorgenden betriebsspezifischen Umweltschutzes vermittelten. Darüber hinaus unterstützten ÖKOPROFIT-Berater das EJS-Team während Betriebs-Begehungen und durch Einzelberatungen.

Nach Ablauf der zwölfmonatigen Projektphase wurden die teilnehmenden Betriebe von einer unabhängigen Kommission geprüft. Zu den Prüfkriterien gehören unter anderem

  • das Entwickeln eines Umweltprogramms,
  • die Vorlage eines Abfallwirtschafts-Konzeptes,
  • das Umsetzen von umweltpolitischen Maßnahmen sowie
  • das Verwenden normierter Kennzahlen.

Die Erich Jachmann Spedition EJS hat die Prüfung mit Bravour bestanden und wurde vom Kreis Mettmann am 21. Mai 2012 als ÖKOPROFIT-Betrieb Kreis Mettmannn 2012 ausge-zeichnet.